Wir fliegen weiter nach Hangzhou, einer 6 Millionen Stadt am Westsee. Im Anflug sehen wir sehr schöne neue Bauernhäuser, zum Teil mit kleinen Pagoden, die rechteckig angelegt sind, mit Feldern in der Mitte. Die Stadt wirkt sehr sauber und wohlhabend, es gibt sehr viele Neubauten und Grünanlagen.
Es soll eventuell eine Schnellzugstrecke von Shanghai nach Hangzhou gebaut werden, die die Fahrzeit von 2 Stunden auf 40 Minuten verkürzt. Viele Männer arbeiten in Shanghai und kommen nur am Wochenende zurück nach Hause. Das Projekt stockt noch, weil jede der beiden Städte eine Mehrheit von 51% am Projekt haben möchte. Wir besuchen den Lingyin-Tempel, eine der bedeutendsten Tempelanlagen in China. Bemerkenswert sind die vielen verschiedenen Buddha-Statuen aus Gold und Stein.
Danach fahren wir zur Longjing-Teeplantage, wo der weltbekannte Drachenbrunnentee angebaut wird. Der Tee wird 3 Mal im Jahr geerntet, wobei der Frühlingstee die beste Qualität hat. Wir verfolgen die Herstellung des Tees, dürfen verschiedene Aufgüsse versuchen und natürlich Tee und andere Zutaten kaufen.
Eine 125 g Dose der besten Qualität kostet 20 Euro.
Nach dem Abendessen suchen wir den Westsee, der in der Nähe unseres Hotels liegen muss. Die Anzahl der Chinesen, die Englisch verstehen, ist in dieser Gegend noch nicht sehr hoch. Wir treffen nach einigen vergeblichen Versuchen aber einen sehr freundlichen jungen Mann, der wenigstens das Wort 'Westsee' versteht. Obwohl er in die andere Richtung unterwegs ist, macht er kehrt und führt uns persönlich die ganze Strecke bis zum Westsee. Wir hoffen, er hat wenigstens unseren Dank verstanden. Der See ist wunderschön, umgeben von romantischen Parks, kleinen Brücken, verwinkelten Wegen (damit keine Geister folgen können, die gehen nur geradeaus) und einem wunderschön beleuchteten Teehaus. Wir nehmen uns vor am nächsten Tag zurückzukommen. Peter besucht am nächsten Tag mit der Reisegruppe den Westsee zu einer Bootsfahrt und einem Spaziergang durch die Gartenanlagen. Ich bleibe durchfallgeschwächt im Hotel.
Nachmittags gehen wir zurück zum Westsee, wild entschlossen in dem romantischen Teehaus ein Glas Drachenbrunnentee zu genießen mit Blick auf den See.
Kein leichtes Unterfangen, denn die Speisekarte ist auf Chinesisch, die Bedienung, ein junges Mädchen, spricht kein Wort Englisch. Wir versuchen es mit Händen und Füßen, keine Chance. Zum Glück fallen mir die Bilder der Teeplantage ein, die wir am Vortag besucht haben. Peter sucht ein Foto eines Teestrauchs heraus und wir bekommen unser Glas Tee - digitaler Fototechnik sei Dank.




Teeplantagen Hier wird der bekannte grüne Tee angebaut.

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